Lachstrolling auf der Insel Rügen

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Mann muss schon ein wenig VERÜCKT sein. Lachstrolling vor Rügen ist langweilig – Stopp.
Ich fang noch mal von vorne an. Wie passt das zusammen? wird man sich jetzt fragen: Langeweile und Verrückt?  Gehen wir mal ein Stück zurück, um genauer zu sein, springen wir einfach mal ins Jahr 2011 – April 2011.

Wenn du 2 Wochen Angelurlaub machst und der Lachs will einfach nicht beißen, dann zerrt das an deinen Nerven.  Lachstrolling ist der langweiligste Zeitvetreib der Welt und gleichzeitig die gefährlichste und atemberaubenste Sache die du erleben kannst. Klingt nicht gerade sehr plausibel, oder?

Bei 40 Meter Wassertiefe mit einem kleinen Boot zu kentern, macht keinen Spass und das Ertrinken ist nun mal kein schöner Tot. Multipliziere diesen Gedankengang mit dem Monat Januar, 3 Grad Lufttemperatur Windstärke 3. Mann muss schon ein echt harter Hund sein um bei diesen Temperaturen ans Kap Arkona zu fahren um Lachse zu trollen. Da ist mir der April doch lieber, zudem kommt noch ein medidativer Aspekt dazu, den man im Januar so nicht geniessen kann.

Das Summen der Säge ist ein magischer Klang. Was ich damit meine? Jeder der schon mal auf Lachse getrollt hat, kennt das Geräusch wenn der Wind durch die Schnüre geht und man das Gefühl hat der Halbgott Pan sitze mit Säge und Geigenbogen an Bord und macht Musik. Dazu noch das Schaukeln auf den Wellen und die Sonne, die im April deutlich wärmer ist als im Januar. Lachstrolling hat schon was von echten Entspannungsurlaub. Als Kameramann hatte ich schon oft die Ehre am Kap dabei sein zu können, doch was ich an diesem Tag erlebt habe, gelingt wohl auch nicht jeden Tag.

Nachdem wir bereits einige erfolglose Touren ans Kap unternommen hatten und wir keinen Fisch an den Haken bekamen, sah es auch an diesem Tag nach einer Nullnummer aus. Bisse gab es an dem Tag genug, nur wollte kein Lachs richtig einsteigen. Als wir am späten Nachmittag mit Gedanken spielten wieder nach Hause zu fahren, Pan saß natürlich an Bord und spielte seine Säge, sagte der Bootsführer: „Schluss für Heute, das bringt nix mehr“. Mein Kumpel aus Essen war natürlich sauer, man konnte es an seinem Gesichtsausdrück erkennen. „Eine Runde noch, lass es uns noch mal versuchen, da geht noch was“ das sagte ich mehr oder weniger aus Verzweiflung, denn irgendwie fehlte auf meiner Kamera ja noch der krönende Abschluss. Gesagt, getan.
Also noch ne Runde, dann gehts aber wieder Richtung Göhren“ letzter Spruch vom Bootsführer. Nach 15 Minuten war dann entgültig Schluss, dass wars dann. „Alle Mann die Ruten rein und dann ab nach Hause“ und dann ? Ja und dann ging die Susi ab. Ein hammerharter Biss, der Fisch nimmt Schnur und kämpft. Fast 30 Minuten geht der Drill und dann liegt der Fisch auf einmal an Bord. Ich habe schon lange nicht mehr in so ein glückliches Gesicht geschaut. Adrenalin & Freunde purl. Sollte jeder mal machen, braucht halt Geduld.

Matze Haack, Kameramann Berlin
Hier mein Beitrag zum Thema Produkttester für die Jagd werden Berlin

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